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FedCon History: FedCon X

geeks_news_fedcon1001Wie im FedCon Insider 20 angekündigt, haben wir hier nun den kompletten Bericht zur FedCon X. Brigitte Scherr wirft noch einmal einen Blick auf das Jahr 2002. Vielen Dank dafür und euch viel Spaß beim Lesen und beim Schwelgen in Erinnerungen!

FedCon X
10. – 12. Mai 2002 – Maritim Hotel Bonn
Oder: nichts Neues?

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich die Jubiläums-FedCon besuchen sollte. Lange Zeit war ich der Überzeugung, dass dieses Ereignis ohne mich statt finden würden. Meine Tochter nervte mich zwar schon seit Monaten, da wieder Manu Intiraymi als Gaststar angekündigt war, aber ich konnte mich einfach nicht entschließen. Außerdem mussten die Finanzen natürlich geregelt sein.

Als dann jedoch die Liste der Gäste immer umfangreicher wurde, hielt mich doch nichts mehr, ich besorgte mir ein Zimmer im Hotel und meldete mich zur Con an. Eine Entscheidung, die ich wirklich nie bereut habe.

Mittlerweise kannte ich ja dank des Internets mehr Star Trek-Fans als im Vorjahr. Ich hatte enge Freundschaften geschlossen und freute mich darauf, viele dieser Leute in Bonn kennen zu lernen.

Meine Tochter Stephie war kurz vor unserer Abreise nicht mehr so begeistert, da Manu Intiraymi seine Teilnahme an der Con abgesagt hatte. Am liebsten wäre sie zuhause geblieben.

Am Freitag, den ersten Con-Tag erlebte ich bereits früh am Morgen zuhause die erste Überraschung. Eine gute Freundin, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte, rief mich an, sie wolle nun doch nach Bonn kommen und ich solle ihr Tageskarten besorgen. Außerdem schickte Katie, eine Freundin meiner Tochter, eine SMS, dass Manu Intiraymi überraschenderweise doch in Bonn aufgetaucht sei. Jetzt war wirklich alles perfekt und wir konnten den Zeitpunkt unseres Abflugs gar nicht mehr erwarten.

Endlich, nach einem ruhigen und angenehmen Flug, fuhren wir mit dem Taxi am Maritim-Hotel vor. Wie schon im vorigen Jahr standen Klingonen und Sternenflottenoffiziere vor dem Eingang zum einem gemütlichen Pläuschchen herum. Einige Leute waren uns schon vom Vorjahr bekannt. Vor allem eine Klingonin mit hüftlangen Haaren erkannten wir sofort wieder.

Schnell machten wir uns auf den Weg in unser Zimmer, um endlich diesen lästigen Koffer los zu werden. Als ich die Tür öffnete, dachte ich im ersten Moment, ich würde in einen Spiegel schauen. Das ‚Zimmer‘ entpuppte sich als riesige Suite, noch größer als im Vorjahr. Hier konnte man es wirklich drei Tage aushalten.

Der Koffer wurde jedoch nicht ausgepackt, wir machten uns sofort wieder auf den Weg nach unten. Wir wollten uns unbedingt gleich ins Getümmel stürzen und Freunde treffen. An der Anmeldung hatte ich das Glück, Dirk Bartholomä zu begegnen, den ich bislang nur aus dem Forum und durch verschiedene E-Mails kannte. Nach einer kurzen Begrüßung und Hände schütteln, die Tageskarten für meine Freundin noch schnell organisiert, ging es los.

Kaum waren wir im Con-Gelände, liefen uns auch sofort die ersten Freunde und Robert Beltran über den Weg. Irgendwie fühlten wir uns wie zuhause. Es war unbeschreiblich. Da wir noch genügend Zeit bis zur Opening Ceremony hatten, sahen wir uns in aller Ruhe um. Wir besuchten den Ferengi-Markt, den wir allerdings schnell wieder verließen, da die Händler dort die Preisschraube extrem nach oben gedreht hatten. Es gab noch genügend andere interessante Dinge zu sehen. Wir gingen also in die obere Etage und sahen uns in den verschiedenen Räumen um. Die Artworks und der Modellbau allein waren schon die Fahrt nach Bonn wert, hier waren wirkliche Künstler am Werk. Dasselbe galt für die Kostüme, sie luden buchstäblich dazu ein, einmal in eine andere Identität zu schlüpfen und die reale Welt noch weiter hinter sich zu lassen, als man es hier eh schon tat.

Vor der Opening Ceremony beschlossen wir noch, kurz unser Zimmer aufzusuchen. Als wir im restlos vollen Aufzug wieder nach unten fuhren, ging das nicht so schnell, wie wir gedacht hatten. Immer wieder fuhr der Lift nach oben, ein paar Etagen nach unten und wieder nach oben, denn alle Leute wollten natürlich zur Opening Ceremony. Gelangweilt sah ich mich im Aufzug um, in dem ich bereits eine Bekannte aus dem Forum getroffen hatte. Plötzlich sah ich, welch prominenten Fahrstuhlschaffner wir eigentlich hatten. Walter Koenig stand vorne im Aufzug und scheuchte die Leute immer wieder zurück, die noch einsteigen wollten. Natürlich war nun die Aufzugfahrt nicht mehr langweilig und doch irgendwann zu Ende.

Der Hauptsaal des Maritim Hotels war brechend voll als wir eintrafen. Tapfer kämpften wir uns zu unseren Sitzen in der fünften Reihe und warteten gespannt auf die Eröffnung. Endlich war es so weit, Marc B. Lee betrat die Bühne. Ich muss mich wiederholen, dieser Mann ist genial, es gibt keinen besseren Master of Ceremonies für die FedCon als ihn. Der Auftritt der verschiedenen Gaststars wurde jedes Mal mit tosendem Applaus begrüßt. Wir hatten zwar gewusst, dass viele Schauspieler auf der FedCon sein würden, aber dass es gar nicht mehr enden würde, da waren wir doch überrascht. Insgesamt kamen neunzehn Gaststars auf die Bühne. Die geplante Zeit für die Opening wurde bereits hier um eine halbe Stunde überzogen, aber das war uns doch egal. Hauptsache, wir konnten endlich unsere Lieblingsschauspieler leibhaftig vor uns sehen. Ich finde, man kann die Eindrücke, die man in diesen Momenten erlebt, gar nicht richtig beschreiben. Man muss wirklich einmal selbst dort gewesen sein, um es verstehen zu können.

Kaum war die Opening Cermony vorbei, verließen wir jedoch fluchtartig den Hauptsaal. Das anstehende Panel von Avery Brooks hätte uns zwar interessiert, jedoch war es dort furchtbar heiß und nicht mehr auszuhalten. Wir brauchten dringend frische Luft und gönnten uns eine gemütliche Stunde im Café.

Später, zu Garrett Wangs Panel, kamen wir wieder zurück. Er war der Schauspieler, der mich eigentlich am meisten überrascht hatte. Von dem ruhigen und teilweise schüchternen Harry Kim aus Voyager war hier nichts zu sehen. Garrett war eine absolute Stimmungskanone, der pausenlos lachte. Er erzählte witzige Anekdoten aus der Zeit der Dreharbeiten, vor allem die Geschichte zu „Sevens Elbows“, die er bestimmt schon zum hundertsten Mal unter die Leute brachte, war der absolute Höhepunkt seines Panels. Sehr lustig war auch, wie er demonstrierte, wie die einzelnen Crewmitglieder ihre Konsolen bedienten. Er zeigte dabei sehr deutlich, dass jeder seine eigene Art hatte, die Knöpfe zu drücken. Dieses Panel war für uns viel zu schnell vorbei, Garrett hätte gut und gerne noch eine Stunde überziehen können.

Als nächstens stand der Überraschungsgast, der keiner war, auf dem Programm. Richard Biggs. Wir wollten nochmal kurz raus, uns die Füße vertreten, bevor für uns der nächste Termin anstand. Die Fotosession der Pinboard-Convention. Hierbei handelte es sich um Treffen mehrerer Mitglieder aus dem Forum der FedCon. Im Laufe der Zeit hatten wir uns dort so gut kennen gelernt, dass wir uns unbedingt persönlich treffen wollten. Dank Dirk Bartholomä durften wir sogar die Hauptbühne für ein Foto benutzen.

Leider hätte ich dieses Treffen beinahe verpasst, da Richard Biggs’ Panel abgesagt wurde. Wir hatten den Saal zu schnell verlassen um das noch mitzubekommen. Zum Glück haben wir es aber gerade noch geschafft.

Es war schon ein tolles Gefühl, auch einmal auf dieser Bühne zu stehen, auch wenn es nur ein paar Minuten war. Wie versprochen haben sich auch Marc B. Lee und Dirk Bartholomä zu diesem Fototermin eingefunden.

Nach der Fotosession zerstreuten sich die Leute zwar wieder ein wenig, trotzdem konnten wir noch mit einigen Forumsmitgliedern einen gemütlichen Restabend bis zwei Uhr morgens verbringen. Es war sehr interessant, Personen, die man nur aus einem Forum kannte, in Natura zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Vor allem war es ausgesprochen lustig.

Es war Samstag, der wichtigste und längste Con-Tag stand an.

Nach einem üppigen und ausgedehnten Frühstück traf ich endlich meine Freundin, der ich die Tageskarten besorgt hatte. Bislang kannten wir uns nur aus dem Internet und durch einige elend lange Telefonate, aber auch auf diese Art können gute und dauerhafte Freundschaften entstehen.

Leider blieb uns nicht mehr viel Zeit zum Reden, ein paar Erinnerungsfotos wurden gemacht, dann mussten wir schon in den Hauptsaal. Die ersten Panels standen an: Robert Duncan McNeill und Robert Beltran, die wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollten.

Bewaffnet mit dem Fotoapparat meiner Freundin nahmen wir unsere Plätze im Hauptsaal ein. Endlich konnte ich vernünftige Bilder machen, denn mit meiner kleinen Kamera bekam ich immer nur die Hinterköpfe der Leute vor mir aufs Bild, wie mein Freund immer so schön zu sagen pflegt.

Robert Duncan McNeill betrat die Bühne und wurde von der jubelnden Menge begeistert in Empfang genommen. Ein sehr sympathischer junger Mann, der es verstand, die Leute in seinen Bann zu ziehen. Lustig und wortgewandt beantwortete er die Fragen der Fans. Dieses Panel war wirklich sehr kurzweilig, die Stunde war viel zu schnell vorüber. Zeitweise hatte man direkt den Eindruck, Lieutenant Tom Paris von der Voyager vor sich zu haben. Einige Gesten und vor allem sein Lachen erinnerten sehr an ihn. Beinahe bedauerten wir es, als er die Bühne wieder verließ, jedoch warteten wir natürlich gespannt auf den nächsten Gast: Robert Beltran.

Obwohl ich ihm ein wenig skeptisch entgegen blickte, konnte ich es kaum erwarten, ihn zu sehen. Gerade im Internet kursierten häufig Geschichten über ihn, er wäre unbequem und undiplomatisch direkt. Er würde es immer wieder schaffen, seine Fans vor den Kopf zu stoßen. Jetzt konnte ich mir endlich mein eigenes Bild von diesem Mann machen.

Ja – er war sehr direkt, er beantwortete alle Fragen der Leute ausgesprochen ehrlich und offen. Er sei kein Star Trek-Fan, er habe lediglich einen guten Job gemacht und gutes Geld dabei verdient. Ich fand diese Ehrlichkeit sehr erfrischend. Wenn andere Schauspieler auf der Bühne sind und nur das sagen, was die Leute hören wollen, sie finden Star Trek toll und es wäre eine Ehre für sie, dafür zu arbeiten, dann kann das doch nicht bei jedem die Wahrheit sein. Viele Schauspieler sagen genau das, was die Fans hören wollen. Robert Beltran hat das nicht gemacht. Gerade diese Ehrlichkeit machte ihn mir so sympathisch, obwohl einige Leute im Saal anderer Meinung waren, wie man am allgemeinen Raunen vernehmen konnte. Ich persönlich finde, sein Panel war das Beste auf der gesamten FedCon und obwohl es von der Zeit her überzogen wurde, einfach zu kurz für mich war. Ich hätte diesen Mann noch Stunden auf der Bühne sehen und ihm zuhören können.

Wir verließen den Hauptsaal und hatten nur eine kurze Pause zur Verfügung. Wir standen voll im Con-Stress. Der VIP-Treff stand als nächstes an, wie wir über mehrere Lautsprecherdurchsagen erfahren hatten. Anscheinend war das dieses Jahr auch besser organisiert, wir mussten uns nicht mehr, wie auf der FedCon IX, durchfragen. Jetzt galt es nur noch, die Presselounge zu finden. Meine Tochter war irgendwo mit ihrer Freundin Katie unterwegs und meine Freundin durfte nicht zum Treff, sie hatte ja nur eine Tageskarte. Also galt es, zu fragen. Daniel Räbiger von Treknews kam mir da gerade recht, er musste mir den Weg zeigen.

Gespannt warteten wir, inzwischen waren auch Stephie und Katie dort aufgetaucht, bis wir endlich eingelassen wurden. Welcher Gast würde sich wohl dieses Jahr mit uns VIPs ärgern? Die Spannung hatte ein Ende, wir durften eintreten. Überrascht stellen wir fest, dass gleich zwei Schauspieler sich für uns Zeit genommen hatten. Robert Duncan McNeill und Nicole DeBoer.

Robert hatte einen gefüllten Teller auf dem Schoß und fragte erst einmal, ob wir etwas dagegen hätten, wenn er weiter isst, da er noch nicht dazu gekommen wäre. Natürlich waren alle damit einverstanden. Wir fanden es super von ihm, dass er sich so kurz nach seinem Panel für den Treff zur Verfügung gestellt hatte.

Alle VIPs durften sich auf den Boden setzen und die beiden wieder mit Fragen löchern. Es ging sehr lustig zu und es war auch mehr Star-Nähe zu spüren als im Vorjahr. Sicher lag das auch an dem kleineren Raum, aber zum großen Teil an den Schauspielern selbst. Nach dem Plausch erklärten beide sich bereit, mit allen anwesenden Fans Fotos zu machen. Ich selbst wollte das nicht, aber Stephie und Katie haben sich natürlich sofort mit Robert und Nicole ablichten lassen.

Danach durften wir sofort zum Holodeck zur großen Autogrammstunde gehen. Auch dort mussten wir wieder warten, dieses Mal im Treppenhaus, bis der Saal für uns bereit war. Lustig war dabei, dass die Schauspieler an uns vorbei mussten. Inzwischen waren wir es natürlich schon gewöhnt, dass unsere Fernsehlieblinge so nah bei uns waren.

Die Tische wurden aufgebaut und die Stühle umgestellt, um Gänge für einen reibungslosen Ablauf zu schaffen. Auch das kannten wir bereits. Endlich durften wir unsere Autogramme holen. Es war eine interessante Erfahrung, mit den Schauspielern, besonders Robert Beltran und Robert Duncan McNeill, einen kurzen Plausch zu halten, während sie die Autogrammkarten und Stephies Föderationsflagge unterschrieben. Hier konnte man wirklich feststellen, dass dies auch nur Menschen sind, die sich über ein paar freundliche Worte sehr freuten.

Enttäuschend war hier allerdings Garrett Wang für mich, er war auf der Bühne so lustig und in der Autogrammstunde brachte er kein Wort über die Lippen, geschweige denn, dass er den Kopf hob. Er kritzelte nur seine Unterschrift auf die Karte und schob sie mir zu. Das ließ uns jedoch nicht die gute Laune verderben, beschwingt von den hauptsächlich positiven Eindrücken verließen wir das Holodeck und gingen erst einmal auf unser Zimmer, um unsere Schätze in Sicherheit zu bringen.

Natürlich mussten wir uns schon wieder beeilen. Das nächste Panel stand an. Manu Intiraymi, ihn hätten Stephie und Katie um nichts auf der Welt verpassen wollen. Vor allen Dingen, weil er sich am Vorabend so nett mit Stephie auf seinem Schoß hatte fotografieren lassen.

Angenehmerweise war dieses Mal der Saal nur halb voll. Das verschaffte uns ein noch besseres Blickfeld und mehr Genuss des Panels. Manu wirkte etwas ruhiger als im Vorjahr, von der überschwänglichen Freude, in Bonn zu sein, war nicht mehr so viel zu spüren. Trotzdem war er gut gelaunt und beantwortete ausführlich und sehr nett alle ihm gestellten Fragen. Er wollte sogar Stephie und Katie zum Singen auf die Bühne holen, aber meine liebe Tochter war leider zu feig dazu. Seine Worte „don’t be shy“ werden sie noch lange verfolgen.

Endlich war eine Pause für mich. Stephie und Katie stürzten nach dem Panel sofort zur kleinen Autogrammstunde, um Manu Intiraymi bloß nicht aus den Augen zu verlieren. Ich genoss die momentane Ruhe, wenn man auf der FedCon überhaupt von Ruhe sprechen konnte und stöberte mit meinen Bekannten durch den Ferengi Markt. Immer wieder traf ich auch auf andere Leute, die ich bereits kannte. Es ist einfach nur schön, Leute, die man das ganze Jahr nicht sieht, zu treffen und über Star Trek und Gott und die Welt zu reden.

Frisch und erholt machten wir uns gegen 19:00 Uhr auf den Weg in den Hauptsaal. Der Kostümwettbewerb stand an, der uns letztes Jahr so sehr begeistert hatte. Leider muss ich sagen, dass er dieses Mal, trotz der wirklich tollen Kostüme, nicht den Zauber auf mich ausübte wie auf der FedCon IX, was wohl auch daran lag, dass einige Leute, die man hier erwartet hätte, später im Cabaret auftreten würden. Trotzdem war ich doch wieder sehr erstaunt, mit welcher Liebe und Mühe die Leute ihre Kostüme gebastelt und eine Performance einstudiert hatten. Leider waren es weniger Teilnehmer als im Vorjahr, so dass das Ganze etwas in die Länge gezogen wirkte.

Die nächste Pause stand für uns an, wir wollten ja erst wieder zum Cabaret zurück in den Hauptsaal. Da Stephie und Katie noch immer hinter Manu Intiraymi her waren, beschloss, ich zusammen mit meiner Freundin und deren Bekannten das Cafe aufzusuchen. In diesem Moment kam ich mir vor wie Captain Janeway, ohne Kaffee wäre der Abend für mich gelaufen gewesen. Wir saßen einige Zeit gemütlich im Café und unterhielten uns, dazu blödelten wir noch mit einer anderen gemeinsamen Freundin per SMS. Kurz vor dem Cabaret wollten wir noch eine halbe Stunde an die frische Luft und gingen nach draußen. Plötzlich wurde meine Bekannte durch sehr starke Bauchkrämpfe gequält. Es kam ganz überraschend und leider wollte sich von selbst keinerlei Besserung einstellen. Binnen Minuten war jemand vom Hotelpersonal zur Stelle. Auch kamen sofort zwei Con-Helfer, die dann gleich die Sanitäter holten. Sie kümmerten sich alle, trotz der vorgerückten Stunde, wirklich sehr rührig um meine Bekannte, allein gelassen wären wir doch sehr hilflos gewesen. Da die Bauchkrämpfe nicht besser wurden, riefen die Sanitäter einen Krankenwagen, der meine Bekannte dann zur weiteren Behandlung in das nächste Krankenhaus brachte. Zum Glück konnte sie dort noch in der selben Nacht wieder entlassen werden. Hierbei muss ich noch einmal sehr lobend das Hotelpersonal, die beiden Con-Helfer und die Sanitäter erwähnen, die sehr schnell helfend zur Stelle waren. Danke!

Noch etwas bestürzt von dem Schrecken ging ich dann wenig später zusammen mit Stephie und Katie zum Cabaret. Als wir endlich in den Hauptsaal eingelassen wurden, mussten wir feststellen, dass zu diesem Event unsere Platzreservierung nicht galt. Alle vorderen Sitzreihen waren voll und wir hätten nur noch ziemlich weit hinten im Saal einen Platz gefunden. Da ich das nicht wollte, hier konnte ich nicht fotografieren, bin ich sehr enttäuscht und auch etwas wütend wieder raus. Katie und Stephie folgten mir wenige Minuten später, auch sie wollten nicht hinten sitzen. Es war schade, dass man hier nicht dahingehend informiert worden war, dass hier keine Platzreservierungen galten, sonst wären wir bereits beim vorigen Panel in den Saal gegangen, nur um unsere guten Plätze, für die wir ja auch entsprechend bezahlt hatten, zu haben. Dies war aber auch wirklich das einzige Manko, das ich über die FedCon zu berichten habe.

Wir schluckten also unsere Enttäuschung tapfer hinunter und ließen den fortgeschrittenen Abend, immerhin war es bereits nach 23.00 Uhr, in der Bar und der Disco ausklingen. Ich weiß nicht mehr genau, wie spät es war, als wir endlich auf unser Zimmer gingen, aber bestimmt 2:00 Uhr morgens.

Sonntag – der letzte FedCon Tag brach an, wie uns gleich beim Aufstehen wehmütig zu Bewusstsein kam. Aber das Programm versprach, dass es noch ein sehr interessanter Tag für uns werden würde. Gemütlich schlenderte ich nach dem Frühstück durch das Con-Gelände, Stephie und Katie waren schon wieder zur kleinen Autogrammstunde aufgebrochen, sie wollten unbedingt noch einmal Manu Intiraymi sehen und, wenn möglich, auch ein paar Worte mit ihm sprechen.

Wenig später, ich hatte in der Zwischenzeit das Zimmer geräumt, kam meine Freundin und ihre Bekannte, die sich glücklicherweise und dank der guten Behandlung im Krankenhaus wieder sehr gut von ihren Krämpfen erholt hatte. Gemütlich quasselten wir uns durch die Gegend, bis das nächste für uns interessante Panel anstand.

Dann gab es noch einige Aufregung. Katie, die Freundin meiner Tochter Stephie hatte einen großen Umschlag, in dem sie alle ihre Autogrammschätze aufbewahrte, für einen Moment aus den Augen gelassen. Prompt war der Umschlag weg. Völlig verzweifelt wandte sie sich an mich. Ich konnte ihr jedoch auch nur raten, zum Stand der FedCon zu gehen und dort nachzufragen. Immerhin war es ja möglich, dass es einen ehrlichen Finder gab, der die Autogramme dort abgegeben hatte. Leider war dies nicht der Fall, wie ich wenig später erfuhr. Katie wandte sich in ihrer Not an einen Helfer, der sich sofort bereit erklärte, zu versuchen, ihr neue Autogramme zu beschaffen. Im Laufe der nächsten Stunden suchte der junge Mann, dessen Namen ich leider nicht weiß [Anm. 2015, es war Sebastian Lorenz], alle Schauspieler auf und besorgte die Autogramme neu. Immer wieder informierte er Katie über Handy über den Fortlauf der Dinge. Später konnte er ihr alle Autogramme neu unterzeichnet übergeben. Netterweise sogar mit persönlicher Widmung für Katie. Robbie McNeill hatte sogar Herzchen darauf gemalt. Diesen Einsatz des netten Helfers finde ich fantastisch, er hatte dazu überhaupt keine Verpflichtung. In meinen Augen war das eine sehr nette Geste, an der man sieht, dass Helfer den Titel „Helfer“ auch wirklich verdienen. Das sind nicht nur Leute, die schauen, dass alles ordnungsgemäß abläuft und zusehen, dass kein Unberechtigter das Con-Gelände betreten darf, sie helfen in einer Notsituation auch wirklich.

Die nächstens Panels standen an und ich suchte wieder, ein letztes Mal, den Hauptsaal auf. Bewaffnet mit dem Fotoapparat meiner Freundin saß ich auf meinen Platz, als Dominic Keating die Bühne betrat. Ein vor Witz und Charme nur so sprühender Mann, der es wirklich meisterhaft verstand, die Menge zu unterhalten. Einige Leute meinten später, er war so lustig und natürlich, weil er noch nicht Con-geschädigt ist. Das kann ich nicht beurteilen, da die FedCon X erst meine zweite Convention überhaupt war. Auf jeden Fall war er sehr nett und sympathisch und machte den Fans wirklich Appetit auf die neue ST-Serie Enterprise, sofern sie irgendwann einmal im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden sollte. Das Panel mit ihm war Genuss pur und viel zu schnell vorbei.

Dann kamen sie auf die Bühne – die drei von der Voyager, Robert Duncan McNeill, Robert Beltran und Garrett Wang. Gleich am Anfang wären wir beinahe vor Lachen aus unseren Sesseln gerutscht. In gekonnter Manie deuteten sie einen Striptease, begleitet von der dazu passenden Musik, an.

Natürlich stellten sich auch die drei wieder den Fragen der Fans, wobei man sehr schön sehen konnte, wie gut sie sich verstanden und miteinander harmonierten. Die jahrelange Zusammenarbeit hatte sie geprägt.

Sehr lustig war auch, als Garrett auf der Bühne Klarinette spielen sollte, selber schuld, warum hatte er auch am Freitagabend den Mund so voll genommen. Vor lauter Lachen und Blödeln brauchte er keinen vernünftigen Ton aus dem Instrument heraus. Ehrlich gesagt schätze ich, dass er dieses Instrument überhaupt nicht beherrschte. Aber es war wirklich zum Schreien komisch.

Viele Fans fanden es allerdings gar nicht mehr lustig, als eine junge Frau sich kritikvoll äußerste, dass die drei trotz ihres Versprechens am Vorabend nicht mehr zum Fan-Cabaret geblieben waren. Auch hier zeigte sich die Professionalität des Trios, mit sachlichen und zugleich schlagfertigen Antworten ließen sie gar keine lange Diskussion aufkommen. Die Angelegenheit war schnell geklärt und sofort wurde dafür gesorgt, dass die Stimmung im Saal wieder stieg, was auch bis zur Closing Ceremony anhielt.

Diese Closing selbst war für uns eigentlich kein Genuss mehr. Die Prämierung der Modellbauausstellung ging für unsere Begriffe ein wenig zu lieblos über die Bühne, was die Stimmung etwas zerstörte.

Marc B. Lee, der wieder durch die Schlussrunde führte, war sehr heiser. Seine Stimme überschlug sich teilweise und er konnte keinen lauten Ton mehr herausbekommen. Wäre ich jetzt boshaft, würde ich sagen, der Gute hat in den letzten Tagen zu viel gefeiert, was ihm nicht bekommen ist. Es kann aber auch an der Klimaanlage des Hotels gelegen haben, die ab Samstag definitiv zu kalt eingestellt war.

Alle Schauspieler betraten noch einmal die Bühne um sich von uns, den Fans, zu verabschieden. Diese Augenblicke haben immer etwas Wehmütiges, Endgültiges an sich. Man wird sich klar, dass die FedCon unwiderruflich zu Ende geht und man diese Stars vielleicht nie wieder sieht.

Trotzdem war besonders ich sehr froh, als die Closing sich endlich dem Ende neigte. Nach Stunden Aufenthalt im Hauptsaal musste ich dringend wieder an die frische Luft. Außerdem war ich von den letzten Tagen doch ganz schön geschafft.

Draußen verabschiedeten wir uns noch von unseren neuen und alten Freunden, setzten uns ein letztes Mal in das kleine Café neben der Piano Bar und bestellten uns dann das Taxi zum Flughafen. Ein wundervolles Wochenende war vorbei, von dessen Erinnerungen wir noch lange zehren konnten.

Unser Fazit:
Nach unserer zweiten FedCon sind wir, Stephie und ich, absolut begeistert und werden bestimmt im nächsten Jahr wieder kommen. Hierbei spielt es für uns gar keine so große Rolle mehr, welche Gaststars anwesend sein werden. Viel wichtiger ist es, Freunde und Bekannte, die man sonst das ganze Jahr nicht treffen kann, zu sehen. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Schauspieler nicht wichtig sind.

Wir brauchten bestimmt eine Woche, um uns von dem Con-Stress und den dazugehörigen Nachwirkungen zu erholen. Irgendwie waren wir tagelang gar nicht richtig zuhause. Der Aufenthalt in Bonn hatte uns dermaßen in seinen Bann gezogen, dass wir kein anderes Gesprächsthema mehr hatten.

Sehr schön war auch, dass sofort nach der Con im Forum unheimlich viele Diskussionen statt fanden, an denen ich mich natürlich rege beteiligen musste. Das gehörte für mich einfach dazu, so konnte ich das Ganze noch einmal Revue passieren lassen.

Erwähnenswert finde ich auch noch die Professionalität, mit der die FedCon durchgezogen wurde, jedes Detail war geplant, nichts wurde dem Zufall überlassen. Natürlich gab es auch einige kleine Ungereimtheiten, aber das ist schließlich menschlich. Auch finde ich, dass die FedCon für mich viel von ihrer Unpersönlichkeit verloren hat, die man vielleicht nur als Newbie spürt, wenn man noch nicht so viele nette Leute kennt. Absolut noch einmal lobenswert finde ich die Hilfe, die man schnell bekommt, wenn man sie braucht. Ich denke hier speziell an die plötzliche Krankheit meiner Bekannten und an Katie, der ihre Autogramme gestohlen worden waren. Die FedCon hat ein klasse Team, das einen auch in Notsituationen nicht alleine lässt.

Zum Schluss grüße ich alle Mitglieder des Pinboard-Treffens und hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen.
Bericht geschrieben im Mai 2002.

Brigitte Scherr