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Interview Northmen

Zwei Wikinger und ein Karpate im Interview

Mit Elben, Zwergen, Hobbits, Zauberern oder Bewohnern von Westeros zu plaudern ist auf der RingCon keine Seltenheit. Doch Wikinger hatten wir noch keine – bisher! Auf der RingCon gaben sich drei der Darsteller aus Northmen – A Viking Saga die Ehre, stellten ihren Film vor und eroberten in Panel und Fotosession die Herzen der Fans.
Der Insider sprach mit Ken Duken, Anatole Taubman und Tom Hopper über Freundschaft, Conventions und warum wir alle Geschichten wie Northmen lieben.



RINGCON 14 | Tom Hopper, Ken Duken und Anatole Taubman


Insider: Auf der RingCon dreht sich vieles um epische Geschichten voller Action und Spannung. Auch Northmen – A Viking Saga fällt in diese Kategorie. Was macht für euch den Reiz eines solches Films aus?

Tom Hopper: In diesem Fall haben mich vor allem die Geschichte selbst, die Charaktere und die Freundschaften besonders fasziniert. Wikinger-Stories üben deshalb so einen großen Reiz aus, weil sie einem die perfekte Gelegenheit bieten, das Kind in sich herauszulassen. Ich liebe diese Art von Filmen!

Ken Duken: Mir geht es genauso. Das innere Kind kann raus, man hat Spaß und es ist auch noch Arbeit. Es war einfach eine tolle Gelegenheit.






RINGCON 14 | Ken Duken

Insider: Waren Wikingergeschichten etwas, das euch auch schon in eurer Kindheit begleitet hat? Habt ihr sie gelesen oder Filme geschaut, habt ihr einen besonderen Bezug zu Wikingern?

Anatole Taubman: Ich bin ja ein Teil der so genannten „Playmobil Generation“. Ich wollte immer die Indianer haben. Aber stattdessen habe ich ein Ritterschloss bekommen. Wikinger und Ritter gab es relativ zeitnah und auch die Geschichten sind sich oft ähnlich. Da ich ein Einzelkind war, drehte sich vieles in meiner Fantasiewelt um dieses Ritterschloss. Ich denke, daher habe ich meine Vorliebe für Rittergeschichten und auch Wikingergeschichten. Ich wuchs außerdem mit Hörspielen auf, mein Liebling war „Prinz Arco - Der schwarze Ritter“. Ich hatte außerdem sehr gute Geschichtslehrer. Das alles spielte also eine große Rolle bei der Entscheidung, als ich das Drehbuch für Northmen bekam. Ich war sofort begeistert und es war wirklich, als würde sich ein Kindheitstraum erfüllen.

Ken Duken: Genau das meine ich. Ob es nun Wikinger sind oder Ritter: Es geht um die Geschichte, eine epische Geschichte, wenn man so will. Mir als Schauspieler passiert es ja oft, dass ich Angebote für Filme bekomme, in denen die Männer nicht mehr wirkliche Männer sind, sondern so, wie die Frauen sie gerne hätten. Glattrasiert und mit allen möglichen Beautyprodukten gepflegt. Metrosexuelle Männer eben. Und Geschichten wie Northmen sind etwas für richtige Männer, die sich austoben wollen und auch mal ein wenig scheußlich sein.




RINGCON 14 | Tom Hopper, Ken Duken und Anatole Taubman

Insider: Deswegen hast du dich auch geweigert, deine Extensions mit all den Pflegeprodukten zu waschen, die man dir gegeben hatte?

Ken Duken: Vor allem kann ich doch keinen überzeugenden Wikinger spielen, wenn ich mir vier verschiedene Produkte in die Haare packe! Das passt irgendwie nicht zusammen!


Insider: Wie wichtig waren für euch Haare und auch Kostüme, um in die Rollen zu kommen? Oft hilft ja das richtige Aussehen, um sich in eine Rolle besser hineinversetzen zu können

Ken Duken: Tom hatte ja eine Perücke, ich hatte aber Extensions. Das war das erste Mal für mich und ich nahm die Rolle gewissermaßen jeden Abend mit nach Hause.

Tom Hopper: Bei mir war es tatsächlich so, dass ich jeden Morgen, sobald Haare und Make Up saßen zu Asbjörn wurde. Sobald ich in voller Montur war, war Asbjörn da. Wenn ich abends nach Hause ging, war ich wieder ich selbst. Es war jedes Mal wieder etwas Besonderes, wenn ich mich in ihn verwandelte.


Insider: In Northmen geht es nicht nur um die epische Geschichte, um den Kampf der Wikinger gegen die Karpaten, sondern auch viel um Freundschaften. Oft ist es ja so, dass diese nicht nur auf der Leinwand zu sehen sind, sondern auch hinter den Kulissen entstehen...

Ken Duken: Für mich war der Dreh wirklich eine ganz besondere Erfahrung. Wie man sich denken kann, gab es viel Testosteron am Set, viele Alphas. Aber der Dreh hat uns einfach zusammengeschweißt. Es mag immer klingen, als würden wir das nur so dahinsagen für die Presse, aber es war verdammt nochmal so. Es waren lange und anstrengende Drehtage und das schweißt zusammen.

RINGCON 14 | Anatole Taubman

Anatole Taubman: Filme zu machen ist eine Frage des Teamworks. Egoisten halten nicht lange durch. Es geht darum, an einem Strang zu ziehen. Im Fall von Northmen, wo wir ein kleines Budget hatten und dementsprechend einen straffen Zeitplan, musste man einfach zusammenarbeiten, um den Film verwirklichen zu können. Wenn man in der Lage ist, sein Ego hinten anzustellen und mit den anderen an diesem Projekt zu arbeiten, wird die Arbeit von Erfolg gekrönt sein. Ich werde mich immer an den Dreh zu Northmen erinnern und es wird immer eine meiner liebsten Erfahrungen als Schauspieler sein. Gerade weil es viel um Freundschaft ging. Ken Duken und ich kennen uns ja schon seit fast 15 Jahren. Er war damals noch quasi ein Baby (lacht). Aber auch am Set entstanden tolle Freundschaften. Ich drehte ja viele meiner Szenen mit nur einem weiteren Schauspieler. Ed Skrein spielt meinen Filmbruder Hjorr. So etwas ist im Vergleich relativ einfach, wenn man auf der anderen Seite eine Truppe von sechs oder mehr Schauspielern hat, die alle großartig sind, aber eben ihr Ego hinten anstellen müssen. So ging es den Wikingern im Film. Sie alle waren zu ihren Charakteren geworden, waren Wikinger. Und mussten sich dennoch zusammenreißen und an einem Strang ziehen, weil für Reibereien keine Zeit war.
Aber um noch einmal auf die Freundschaften zusammenzukommen. Es war alles ein großes „Loveboat“. Und klar gab es sicher auch kleinere Streitereien und Unstimmigkeiten. Aber am Ende waren gerade die Wikinger ein Haufen Männer mit viel Liebe füreinander. Und ich finde, das sieht man auch sehr gut im fertigen Film.

Ken Duken: Normalerweise passiert es bei dieser Art von Filmen mit einem strengen Budget und einem straffen Zeitplan oft, dass jeder Schauspieler für seinen eigenen Charakter und seine Rolle kämpft. In diesem Fall kam es mir eher so vor, als würden wir füreinander kämpfen.

Anatole Taubman: Wir waren einfach alle eine große Einheit.


Insider: Das Thema Freundschaft ist auch auf Conventions wie der RingCon sehr wichtig. Ihr seid jetzt seit ein paar Stunden hier, wie ist euer Eindruck? Hattet ihr irgendwelche Erwartungen?

Ken Duken: Ich bin ja tatsächlich Convention-Jungfrau

RINGCON 14 | Tom Hopper


Tom Hopper: Ich bin eher das Gegenteil... (lacht)

Ken Duken: Falls ich Erwartungen gehabt hätte, wären sie durch diese ersten Eindrücke schon übertroffen worden. Ich bin jetzt schon ein Convention-Fan und dabei habe ich noch gar nicht so viel erlebt. Ich bin sicher, da kommt noch einiges auf mich zu!


Convention-Neulinge unter den Stargästen zu haben ist immer wieder eine besondere Freude. Man kann ihnen von den tollen Dingen erzählen, sie sie noch erleben werden, allem voran natürlich dem ersten großen Highlight: Der Opening Ceremony. Wie man im Laufe des Wochenendes sehen konnte, hatten die drei ihren Spaß mit den anderen Stargästen und auch mit ihren zahlreichen Fans!

Beim Durchblättern einer alten Ausgabe des Insiders fand Anatole Taubman zudem das Interview mit David Wenham und freute sich sehr darüber, da er mit ihm zusammen den Film Die Päpstin gedreht hat und David als großartigen Schauspieler und tollen Menschen in Erinnerung hat. Man sieht also wieder einmal, dass die große Confamilie noch weiter reicht und enger verknüpft ist, als man meinen könnte!

Weitere Infos zum Northmen Interview:

Interview und Text:
Stephanie Scherr
Titelfoto:
starcontinuum.net
Interviewfotos:
Christian Hacker
Sonstiges:
Das Interview ist exklusiv und wurde auf der RingCon 14 geführt