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Interview Sean Young

Von Blade Runner bis Star Trek

Ihre bekannteste Filmrolle hat Kultstatus: Sie ist Rachael in Blade Runner. Mit ihrer Rolle in Renegades ist sie inzwischen aber auch im Star Trek Universum angekommen und somit für Science Fiction Fans besonders interessant. Wir sprachen mit Sean über ihre Erfahrungen am Renegades-Set, über Conventions und Science Fiction im Allgemeinen und Besonderen.
Während des Interviews blätterte Sean fröhlich durch den FedCon Insider 11 mit unserem großen Renegades-Artikel und man konnte sehen, wie sie beim Anblick der Bilder in Erinnerungen schwelgte!


Insider: Du hast eine der Hauptrollen im Indie-Projekt Star Trek: Renegades gespielt. Viele Schauspieler sagen, die Arbeit an solchen Projekten ist ganz anders, als an „normalen“. Stimmst du zu?

Sean Young: Der größte Unterschied zu Studio-Produktionen ist natürlich die Menge an Geld, die man zur Verfügung hat. Aber gerade wenn man das bedenkt, finde ich, dass sie bei Renegades einen wirklich guten Job gemacht haben. Wir drehten zwar in einem alten Lagerhaus mitten im Nirgendwo. Aber die Sets und die Technik waren wirklich toll und überzeugend. Tim Russ war als Regisseur wirklich toll und diszipliniert. Er hat niemanden am Set unnötig warten lassen, was toll war. Was bei Indie-Produktionen auch eine Rolle spielt ist natürlich, dass alle Beteiligten wissen, dass man ihnen als Schauspieler einen Gefallen tut, wenn man mitmacht. Es war auch sehr angenehm, dass die meisten der Beteiligten sich so gut mit der Materie auskannten. Und gerade auch die Filmmacher sind mit viel Leidenschaft dabei, das finde ich wichtig.


Insider: Wie war das Verhältnis der Schauspieler untereinander? Einige waren ja schon Kollegen aus Star Trek Zeiten, andere wie du kamen neu dazu...

Sean Young: Wen ich besonders gerne mochte, war Robert Picardo. Das kann natürlich auch daran liegen, dass wir ein Liebespaar spielten. Das fand ich auch wirklich toll: Sie haben die Romanze den älteren überlassen und nicht die Geschichte einer jungen Liebe erzählt. Das passiert nicht allzu oft. Ab einem gewissen Zeitpunkt kriegt man in Hollywood keine Liebesgeschichten mehr, weil man einfach zu alt ist. Also habe ich mich sehr gefreut. Und mit Robert zusammenzuarbeiten hat eine Menge Spaß gemacht.


Insider: Hast du dich besonders auf diese Rolle vorbereitet? Alte Star Trek Serien geschaut oder dergleichen?

Sean Young: Ich habe als Kind viel Star Trek geschaut und auch die neuen Filme habe ich gesehen, also kannte ich mich sowieso ganz gut aus. Als ich aufgewachsen bin, war Star Trek eigentlich das Einzige, was ich im Fernsehen angeschaut habe. Ich hatte nicht viel Zeit für Fernsehen, aber das war mir heilig!


Insider: Was war der besondere Reiz für dich, was Renegades anging? Warum hast du die Rolle angenommen?

Sean Young: Leider ist es ja so, dass man sich als Schauspielerin ab einem gewissen Alter einfach über jedes Rollenangebot freut! Man wird angefragt, bekommt Geld und hat im Idealfall auch Zeit. Als ich jünger war, habe ich viele Rollen angenommen, weil ich Geld verdienen musste. Vielleicht ist man darauf im Nachhinein nicht mehr stolz, aber dennoch war es jedes Mal ein schönes Gefühl, engagiert zu werden und sich so seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Seit ich neunzehn bin arbeite ich als Schauspielerin, ich habe nie etwas anderes gemacht. Und es fühlt sich immer noch gut an, wenn man gewollt wird. Bei Renegades spielte natürlich zudem eine Rolle, dass es sich um Star Trek handelt, das einfach Kult ist.


Insider: Als eine Schauspielern, die in vielen verschiedenen Produktionen zu sehen war, hast du natürlich viele Freunde im Schauspielbusiness. Unter anderem Edward James Olmos – eure Begrüßung auf der Opening Ceremony der FedCon 24 war sehr schön...

Sean Young: Das war auf jeden Fall ein Highlight für mich! Eddie und ich haben zwei Filme zusammen gemacht. Wir kennen uns ehr gut. Immer, wenn wir uns sehen, scheint keine Zeit vergangen zu sein und wir machen einfach da weiter, wo wir das letzte Mal aufgehört haben. Es ist immer schön, ihn wiederzusehen! Wir haben uns wie immer sehr gut unterhalten, er ist ein sehr kluger Mann!


Insider: Freunde wiederzusehen auf Conventions ist für viele das Wichtigste. Was ist deiner Meinung nach das Besondere an Conventions im Allgemeinen?

Sean Young: Freunde zu treffen, neue Leute kennenzulernen – das macht Spaß. Für uns Schauspieler ist es natürlich in gewissem Sinne Arbeit. Aber es ist ein schönes Geben und Nehmen zwischen den Fans und uns. Das macht wohl den besonderen Reiz aus!

Weitere Infos zum Interview Sean Young:

Interview und Text:
Stephanie Scherr
Titelfoto:
Jörg Ossenbrüggen
Sonstiges:
Das Interview ist exklusiv und wurde auf der FedCon 24 geführt