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Interview Tommy Krappweis

Leider war im aktuellen FedCon Insider #19 kein Platz mehr für das Interview von Tommy Krappweis. Doch eigentlich gehört es zum Vorbericht der HobbitCon 4. Da wir aber der Meinung sind, dass es sehr lesenswert ist, wollen wir es euch auch nicht vorenthalten.

Was also tun? - Da ist uns unser Blog eingefallen, den wir nun verstärkt auch mit solchen zusammenhängenden Inhalten zu unseren Artikeln aus dem FedCon Insider befüllen möchten.


Insider: Ihr habt eure offizielle Buchpremiere auf der HobbitCon 4, auf was freut ihr euch am meisten?

Tommy Krappweis: Ich freue mich besonders, weil da genau die Menschen sind, die verstehen, wie es mir damals gegangen ist. Ich war Bücherwurm, Comic- und Filmfan und Nerd, lange bevor dieses Wort in Deutschland aufkam. Anfangs dachte ich, ich wäre alleine, so eine Art Alien unter all den Muggeln. Erst später, so in etwa in der siebten Klasse, fand ich andere, die sich das auch schon die ganze Zeit gefragt hatten. Aber erst die Internetrevolution zeigte mir, wie viele von uns es wirklich gibt. Heute schauen Millionen von Muggeln The Big Bang Theory und werden angefixt sich für Star Trek und Co. zu interessieren. Die Assimilierung schreitet voran. Muahaha!


Insider: War dein Vater schon einmal auf einer Convention?

Tommy Krappweis: Ja, auf der letzten RingCon in 2015. Aufgrund eines Missverständnisses wurde keine einzige DVD oder BluRay von Mara und der Feuerbringer geliefert und ich hatte ja angekündigt, dass sie auf der Con sogar günstiger - und natürlich signiert - zu haben sei. Also setzte sich mein Vater am Samstag früh in München ins Auto und fuhr den gesamten Vorrat unseres Shops kurzerhand nach Bonn. Eigentlich wollte er danach direkt wieder zurückfahren, aber er war so fasziniert und begeistert von alldem, dass er bis Sonntagabend blieb.


Insider: Was hast du ihm von der HobbitCon erzählt?

Tommy Krappweis: Dank seines Besuches auf der RingCon war keine Erklärung nötig, er freut sich sehr wieder einen Grund zu haben mitzukommen. Ich glaube, er hat auf der Con tatsächlich ein bisschen mehr verstanden, wie ich bin, was mich ausmacht und warum sein sonst so einzelgängerischer Stubenhocker-Sohn plötzlich gerne unter Menschen ist. Oder es waren die vielen Corsagen. Eins von beidem.


Insider: Gibt es eine besondere Erinnerung aus deiner Kindheit, die im Buch steht und von der du uns ein klein wenig vorab erzählen kannst?

Tommy Krappweis: Da gibt es so viele! Typisch war vielleicht die Geschichte, als meine Oma mir ein Bonanza- Fahrrad zu Weihnachten schenkte. Sicher kennen einige Leser diese Räder aus den Siebzigern, die aussahen wie ein Chopper, mit langer Sitzbank, geweihartigen Lenkern und einem Schaltknüppel in der Mitte. Ich war total begeistert, aber für meinen Vater als erfolgreichen Radrennfahrer war das natürlich kein Fahrrad, sondern eine Zumutung. Also sorgte er dafür, dass das Bonanza-Rad kurz nach Weihnachten auf düsteren Wegen einfach verschwand und nie mehr wieder lebend gefunden wurde. Ich glaube, er hat es sogar auseinander montiert, um die Leichenteile besser entsorgen zu können. Erst bei der Arbeit an unseren Büchern hat er mir die Wahrheit darüber erzählt. Und wie immer hat er dabei gelacht.


Insider: Auf was können sich die Fans bei eurer Buchpremiere freuen?

Tommy Krappweis: Wir präsentieren nicht nur das Buch, in dem wir es hochhalten und damit eine Stunde lang winken. Wir zeigen alte Fotos, original Super 8 Filme aus den Siebzigern - unter anderem mich mit dem Bonanza-Rad unter dem Weihnachtsbaum - dazu ein paar Zeichentrick-Einspieler, in denen man vieles noch schöner auf den Punkt bringen kann und wir diskutieren das ein oder andere Thema vor Publikum noch einmal gründlich aus. Ich bin ja bis heute beseelt davon, meinem Vater klarzumachen, wie ich wirklich bin. Und er will nach wie vor, dass ich endlich begreife, wie toll es ist, sich auf einem Fahrrad halbtot zu schinden. Im Endeffekt wird es eine ziemlich wahnsinnige Mischung aus Real Life Comedy und Psychoanalyse. Bei unserer Lesungsreihe mit dem Vorgängerbuch Das Vorzelt zur Hölle rutschten regelmäßig Menschen vor Lachen vom Stuhl, also so richtig in echt, mit Rumms.

Einmal mussten wir eine Pause machen, weil die Leute vor Lachen keine Luft mehr bekamen und ein paar anfingen, erbärmlich zu röcheln. Eine Veranstaltung mit meinem Vater und mir ist immer eine Grenzerfahrung. Also eine positive.

Weitere Infos zu Interview Tommy Krappweis:

Interview und Text:
Stephanie Scherr
Titelfoto:
Familie Krappweis
Weitere Fotos:
Familie Krappweis
Sonstiges:
Das Interview ist exklusiv und wurde zum Vorbericht der HobbitCon 4 geführt