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Star Wars

Rückblick und Vorausahnung

Star Wars kam Ende der 70er Jahre in die Kinos und traf einen Lebensnerv. Es war ein "cooles Märchen" und genau das war es, worauf die Leute damals standen. Filme wie Willow, dieser Labyrinth-Film mit David Bowie, Krull, Dark Crystall, die Zeichentrick-Verfilmung (Teil I, bei dem es auch blieb) vom Herrn der Ringe und Ähnliches entstanden damals - oder auch die britische Robin of Sherwood-Reihe, die ebenfalls Fantasy-Elemente in sich trug.

Es war magisch. Da gab es weise Ritter aus längst vergangenen Zeiten, einen dem Teufel ähnlichen dunklen Lord, es gab Lichtschwertkämpfe, es gab einen weisen, außerirdischen Meister, es gab die lichte und die finstere Seite der Macht und - wie cool ist das denn - es gab eine Prinzessin! Wow! Die Geschichte bediente sich natürlich des Mythos vom Heldenweg, des "Narren", der auf seinem Weg zum "Meister" wird.

In alledem jedoch - und das machte den Reiz perfekt - gab es durch die SciFi-Elemente ein neues, cooles Design, welches das große galaktische Märchen von alten Spinnweben und vom muffigen Geruch befreite und die Saga vom Sternenkrieg - man kann es nicht anders sagen - "sexy" gemacht hat. Ich meine damit jene Mischung von Coolness und altem, bewährten Märchen.

Das machte sie aus, die alte Saga.

Und dann kam die neue, das Prequel. George Lucas, ich habe nie seine Biografie gelesen, weiß nur, das er eine Scheidung hinter sich hatte und abermals verheiratet ist, hatte sich sicherlich selbst seit dem Entstehen der ersten Trilogie sagenhaft verändert hat. Es ist das Leben, welches aus einem Jungsporn, der an Magie und Wunder glaubt, einen abgeklärten Mann machte und es mag sein, dass dies auch in die neue Trilogie einfloss, denn ihr fehlte jener Glauben an das Märchenhafte. Das neue "Märchenhafte" wurde erklärt, es wurde zu einer Technik. Aus der unerklärlichen Macht wurde eine Folge der Existenz von Midichlorianern, die Jedi waren eine Gruppe von Leuten, die eine sehr konservative, "katholische" Einstellung zum Thema Ehe hatte und die ihrem eigenen Misstrauen erlag. Der Schleier des Wunderbaren wurde von George Lucas selbst seiner eigenen, neuen Trilogie entzogen.

Dann war da noch eine profunde Unkenntnis des Schöpfers in Bezug auf sein eigenes Werk. Wenn man in der alten Trilogie Ben Kenobi über die Vergangenheit reden hört, wenn man hört, dass Leia sich irgendwie an ihre Mutter erinnern kann, dann wird jeder hartgesottene Fan beginnen nach Ausreden für George Lucas Unkenntnis seines eigenen Werks zu suchen. Das ist peinlich. J. K. Rowling beispielsweise hat sieben Bücher über Harry Potter geschrieben und - auch, wenn es dort ggf. ein paar kleine Schnitzer geben sollte - ist doch alles "aus einem Guss"! Von Tolkien wollen wir hier gar nicht groß reden. Kurz und gut: Es ist machbar!

Die "neue Trilogie", die nun bald nicht mehr neu sein wird, hat durchaus ihre Momente. Jeder findet in den Episoden ein paar tolle Momente, die es nur umso schmerzlicher machen, dass diese Filme nicht ausgereifter waren. Und ich rede nicht davon, dass der Film sich durch CGI-Lastigkeit anders anfühlt. Ich behaupte, bei einem besseren, durchdachteren Drehbuch, welches die alte Trilogie mehr geachtet, mehr wertgeschätzt hätte, wäre diese nicht merklich ins Gewicht gefallen.

Nun kommt also Episode VII. Die Vorverkaufszahlen der Kinotickets sprechen für sich. Auch ich bin aufgeregt und frage mich, was da kommen wird. Seinen eigenen Aussagen zufolge ist Regisseur J. J. Abrams selbst ein Hardcore-Fan der Saga, stammt er doch aus der Generation, die damals - während der Original Trilogie - verzaubert wurde. Und ich glaube als Fan kann er nur einen Film produziert haben, der besser passt als die Prequels. Ich hoffe es, zusammen mit Millionen Fans auf der Welt, dass Abrams der Trilogie wieder den Mantel des Wunderbaren umlegt, des sprichwörtlich "sagenhaften".

Text:
Matthias Wieprecht
Titelfoto:
starcontinuum.net

Offizielle Website Star Wars:

starwars.com
Matthias Wieprecht
Matthias Wieprecht
Matthias ist seit etwa vier Jahrzehnten großer SciFi-Fan, glücklich geschiedener Vater zweier toller Söhne. Außerdem ist er Captain des Trekdinner Hildesheim. Das Schreiben von Berichten, Reportagen, Rezensionen – also alles was die Themen im Insider hergeben, liebt er und ist seit dem FedCon Insider #12 (Dezember 2014) aktiv als Redakteur mit dabei.